Wohltätigkeitsveranstaltungen in Deutschland sind eine der einfachsten und herzlichsten Möglichkeiten, sich in der neuen Gemeinschaft zu integrieren – ob als Gast bei einer Gala, bei einem Spendenlauf oder einfach mit einer kleinen Spende. Dieses Kapitel erklärt, wie Ausländer sich hier an Wohltätigkeitsveranstaltungen und Spendenaktionen beteiligen können: welche großen Kampagnen es gibt, an welchen Veranstaltungen man teilnehmen oder mithelfen kann, wie Spendenaktionen funktionieren und welche Regeln gelten, und wie man sicher und steuerlich vorteilhaft spenden kann. Für die weiterführende Frage des Ehrenamts und die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen des Ehrenamts (ehrenamtliche, unbezahlte Bürgertätigkeit) siehe unser Kapitel zu diesem Thema. FreiwilligentätigkeitInformationen zu den Organisationen hinter diesen Anliegen finden Sie unter Organisationen mit sozialer WirkungHier bleiben wir bei den Veranstaltungen und dem Geben.
Deutschlands Kultur des Gebens
Deutschland verfügt über eine tief verwurzelte und beständige Spendenkultur. Laut der Studie „Bilanz des Helfens“, die vom Deutschen Spendenrat in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov veröffentlicht wurde, spendeten Privatpersonen im Jahr 2025 rund 4.65 Milliarden Euro für wohltätige Zwecke. Die Spendenbereitschaft schwankt von Jahr zu Jahr, und die Zahl der Spender ist leicht rückläufig, während der durchschnittliche Spendenbetrag gestiegen ist. Insgesamt zeichnet sich jedoch ein Land ab, in dem Spenden ein selbstverständlicher und erwarteter Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens ist. Der Dezember ist mit Abstand der spendenstärkste Monat, da Advent, Weihnachten und die Steuererklärung zum Jahresende die Menschen zum Spenden animieren.
Gleich vorweg: Spenden in Deutschland bedeuten mehr als nur Geld. Eine Sachspende ist eine Sachspende, zum Beispiel Kleidung für eine Kleiderkammer oder Lebensmittel für eine Tafel. Eine Zeitspende ist ein Zeitgeschenk, das oft in ehrenamtliches Engagement übergeht. Wohltätigkeitsveranstaltungen vereinen alle drei Formen: Man kann eine Eintrittskarte kaufen, einen Kuchen für den Verkauf spenden und den Nachmittag am Stand mithelfen – alles an einem Tag. Genau diese Kombination macht solche Veranstaltungen zu einer so einfachen und lohnenden Möglichkeit, sich zu engagieren, unabhängig vom Budget oder den Deutschkenntnissen.
Ein Großteil dieser Spenden fließt in öffentlichkeitswirksame nationale Kampagnen, die man lange vor der Straße im Fernsehen wahrnimmt. Der RTL-Spendenmarathon, der seit 1996 läuft, ist die am längsten im deutschen Fernsehen übertragene Spendenaktion und sammelt Geld für Kinder in Deutschland und im Ausland. „Ein Herz für Kinder“, 1978 von der Bild-Zeitung ins Leben gerufen und jedes Jahr im Dezember als glamouröse Gala im ZDF ausgestrahlt, ist einer der erfolgreichsten Spendenaufrufe des Landes. Auch die Kirchen führen seit Langem eigene Spendenaktionen durch: Brot für die Welt, die evangelische Hilfsorganisation, und Misereor, ihr katholisches Pendant, starten beide in der Advents- und Fastenzeit nationale Sammlungen über die ARD und die lokalen Gemeinden.
Zwei weitere Institutionen sind erwähnenswert, da sie eine Zwischenstellung zwischen Wohltätigkeitsorganisation und Lotterie einnehmen. Aktion Mensch, hervorgegangen aus der älteren „Aktion Sorgenkind“, ist eine soziale Organisation, die sich größtenteils über eine Lotterie finanziert und zu den größten privaten Förderern sozialer Projekte in Deutschland zählt. Die Deutsche Fernsehlotterie funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip: Man kauft ein Los, kann gewinnen, und der Erlös kommt sozialen Zwecken zugute. Beide Organisationen sind nicht unbedingt aktiv auf der Suche nach solchen Angeboten, doch das Auftauchen ihrer Logos auf einem Projekt ist ein guter Hinweis darauf, dass es sich um eine anerkannte und regulierte Wohltätigkeitsorganisation handelt und nicht um eine Randerscheinung.
Wohltätigkeitsveranstaltungen, an denen Sie teilnehmen können
Am schönsten ist es, einfach eine Benefizveranstaltung zu besuchen, und der deutsche Veranstaltungskalender ist voll davon. Das klassische Format ist die Benefizveranstaltung, abgeleitet vom deutschen Wort „Benefiz“ für „für wohltätige Zwecke“. Ein Benefizkonzert ist ein Benefizkonzert, eine Benefizgala eine Benefizgala und ein Benefizdinner ein Benefizdinner. Das Spektrum reicht von einem gemütlichen Kammermusikabend in einer Kirche, bei dem die Kollekte am Eingang einem lokalen Projekt zugutekommt, bis hin zu formellen Galas mit Eintrittskarten, Live-Auktionen und einem Dresscode. Für die meisten dieser Veranstaltungen braucht man weder Beziehungen noch fließende Deutschkenntnisse: Man kauft eine Eintrittskarte wie für jede andere Veranstaltung, und ein Teil des Preises oder der gesamte Erlös unterstützt den jeweiligen Zweck. Kulturinstitutionen, Orchester, Theater und sogar Sportvereine widmen regelmäßig eine Aufführung oder ein Spiel einem guten Zweck. Halten Sie also in ihren Programmen Ausschau nach dem Wort „Benefiz“.
Spendenläufe sind ein weiterer toller Einstieg und besonders für Neulinge geeignet, da man hier mit seinem Körper statt mit Worten teilnimmt. Der gängige Begriff ist Spendenlauf: Man meldet sich an, läuft oder geht eine festgelegte Strecke und zahlt entweder eine Startgebühr, die einem guten Zweck zugutekommt, oder sammelt Spenden von Freunden und Kollegen pro Kilometer. Viele Stadtmarathons ermöglichen es den Läufern, im Rahmen ihrer Anmeldung Geld für einen guten Zweck zu sammeln, und es gibt das ganze Jahr über spezielle Spendenläufe für bestimmte Anliegen. Eine ähnliche Form ist der Firmenlauf, dessen bekannteste Serie B2Run ist und in vielen deutschen Städten stattfindet: Unternehmen melden Teams zu einem Abendlauf an, bei dem der Teamgeist im Vordergrund steht und nicht der Wettkampf. Oftmals verbinden Firmen den Lauf mit einer Spendenaktion oder einer Verdopplung der Spenden. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ein bestimmter Lauf in erster Linie ein Spendenlauf oder einfach nur ein Spaßlauf ist, informieren Sie sich auf der Webseite des Veranstalters, bevor Sie annehmen, wohin das Geld fließt.
Näher am Boden und oft unterhaltsamer sind die kleinen Gemeindefeste. Der Flohmarkt ist eine deutsche Institution, und viele werden für wohltätige Zwecke veranstaltet, wobei die Standgebühren oder ein Teil des Erlöses einem guten Zweck zugutekommt. Schulen, Kirchen und Kindergärten veranstalten Basare oder Kuchenbasare (Wohltätigkeitsbasare, oft mit einem Kuchenverkauf), deren Erlös Klassenfahrten, Spielplätze oder Partnerprojekte im Ausland finanziert. Ende November und im Dezember finden Adventsbasare oder Weihnachtsbasare statt, kleine Weihnachtsmärkte mit Kunsthandwerk, Glühwein und Gebäck, die ebenfalls für wohltätige Zwecke betrieben werden. Auf fast jedem deutschen Jahrmarkt oder Vereinsfest findet man auch eine Tombola, eine Verlosung, bei der man nummerierte Lose für die Chance auf gespendete Preise kauft; der Erlös geht an den jeweiligen Veranstalter. Immer beliebter werden auch Sponsorenläufe, bei denen sich jemand zu einer sportlichen oder persönlichen Herausforderung verpflichtet und sein Umfeld um finanzielle Unterstützung bittet.
Einige saisonale Traditionen bringen die Nächstenliebe direkt zu Ihnen nach Hause. Es ist hilfreich, diese zu kennen, anstatt von einem Klopfen an der Tür überrascht zu werden. Anfang Januar begegnen Ihnen vielleicht die Sternsinger, Kinder in Kostümen der Heiligen Drei Könige, die an der Aktion Dreikönigssingen teilnehmen. Diese gilt als die weltweit größte Kinderhilfsaktion für Kinder und wird vom katholischen Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und dem Jugendverband BDKJ organisiert. Rund 300,000 Kinder ziehen singend von Haus zu Haus, sammeln Spenden für benachteiligte Kinder im Ausland und schreiben mit Kreide einen Segensspruch über die Tür. Eine kleine Spende ist üblich und willkommen, aber nicht verpflichtend. Im November, um den Martinstag herum, ziehen in vielen Städten Kinder mit Papierlaternen durch die Städte – sogenannte Martinsumzüge. Auch hier wird teilweise für wohltätige Zwecke gesammelt. Diese Traditionen sind harmonisch und gut organisiert und nicht aufdringlich – keine Form des Spendenaufrufs, vor dem man sich hüten sollte. Die Teilnahme ist eine schöne Möglichkeit, am lokalen Leben teilzuhaben.
Diese Veranstaltungen findet man vor allem, indem man lokal aufmerksam ist. Die Veranstaltungskalender der Stadt, die Aushänge im Rathaus, in der Kirche und im Gemeindezentrum, die Lokalzeitung und Nachbarschaftsgruppen auf Facebook oder nebenan.de informieren darüber, besonders in der Vorweihnachtszeit. Wer lieber selbst mithelfen möchte, anstatt nur teilzunehmen, kann sich an den veranstaltenden Verein oder die Wohltätigkeitsorganisation wenden: Die meisten freuen sich über Unterstützung beim Kuchenverkauf, beim Wasserausteilen beim Lauf oder beim Tombola-Verkauf. Es ist außerdem eine der schönsten Möglichkeiten, neue Leute kennenzulernen. Diese Art der praktischen Hilfe geht fließend in das eigentliche Ehrenamt über, das wir als „Freiwilligenarbeit“ bezeichnen. Freiwilligenkapitel vollständig abgedeckt.
Spendenakquise und wie sie funktioniert
Spenden sammeln, im Deutschen oft einfach nur „Fundraising“, gibt es in Deutschland in verschiedenen Formen. Es ist hilfreich, diese zu kennen, um seriöse Spendenaufrufe von aufdringlichen zu unterscheiden. Die modernste Form ist die Online-Spendenaktion oder das Crowdfunding. Dabei erstellt ein Projekt oder eine Privatperson eine Seite und bittet ihr Netzwerk um Spenden. Die größte deutsche Plattform ist betterplace.org, eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Berlin. Sie beherbergt Zehntausende von Spendenprojekten und ermöglicht es, persönliche Spendenaktionen mit Anlässen wie Geburtstagen, Hochzeiten oder Marathonläufen zu verknüpfen. Internationale Plattformen wie GoFundMe sind ebenfalls weit verbreitet, werden aber häufiger für individuelle Notlagen als für eingetragene Wohltätigkeitsorganisationen genutzt. Diese Plattformen sind transparent und benutzerfreundlich, doch die Verantwortung, die Verantwortlichen hinter einer Kampagne zu überprüfen, liegt weiterhin bei Ihnen. Darauf gehen wir im nächsten Abschnitt ein.
Eine traditionellere Form der Unterstützung ist die Fördermitgliedschaft. Dabei wird man durch einen regelmäßigen monatlichen oder jährlichen Beitrag zum Fördermitglied einer Organisation. Dies ist eine sinnvolle und wertvolle Möglichkeit, ein Anliegen, das Ihnen am Herzen liegt, zu unterstützen. Die meisten seriösen Wohltätigkeitsorganisationen bieten diese Möglichkeit an. Wichtig ist, dass es sich um eine regelmäßige finanzielle Zusage und nicht um eine einmalige Spende handelt. Daher empfiehlt es sich, die Bedingungen sorgfältig zu lesen und sich in Ruhe anzumelden, anstatt spontan zu spenden.
Diese Warnung ist besonders auf der Straße wichtig. Dort begegnen Ihnen Straßensammler und Haustürsammler: oft junge Menschen in Jacken mit Firmenlogo, die Sie in Fußgängerzonen oder an Ihrer Haustür im Namen einer Wohltätigkeitsorganisation ansprechen. Viele sind völlig seriös, und ein echter Sammler trägt einen sichtbaren Ausweis bei sich und kann Ihnen genau erklären, welche Organisation er vertritt und wohin die Spenden gehen. Doch auch in diesem Bereich tummeln sich kommerzielle Anwerbeteams, sogenannte Drückerkolonnen. Diese arbeiten auf Provisionsbasis und setzen Passanten mit aggressivem Druck dazu, Mitgliedsbeiträge zu unterschreiben, anstatt einfach nur Spenden entgegenzunehmen. Verbraucherzentralen warnen regelmäßig vor ihnen. Ihr wichtigster Rat ist vernünftig und einfach zu befolgen: Lassen Sie sich niemals zu einer spontanen Entscheidung drängen, nehmen Sie sich ein Informationsblatt mit und entscheiden Sie in Ruhe zu Hause. Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Sie auf der Straße zu einer dauerhaften Fördermitgliedschaft gedrängt werden. Denken Sie daran, dass das übliche Widerrufsrecht, das Sie beim Kauf von Waren schützt, nicht in gleicher Weise für Spenden gilt. Vorsicht ist daher der beste Schutz.
Spenden über den Arbeitgeber ist eine unkomplizierte und immer beliebtere Möglichkeit. Viele deutsche Arbeitgeber veranstalten nach Katastrophen Spendenaktionen, verdoppeln die Spenden ihrer Mitarbeiter oder gewähren ihren Angestellten bezahlte Freistellungstage für ehrenamtliche Tätigkeiten. Wenn Ihr Unternehmen so etwas anbietet, ist das eine einfache und risikoarme Art zu spenden, da der Arbeitgeber den Empfänger in der Regel bereits geprüft hat. Alternativ können Sie auch selbst eine Spendenaktion für ein Ihnen wichtiges Anliegen oder in Ihrem Heimatland starten. Im kleinen, informellen Rahmen, für eine bestimmte Person oder einen einmaligen Bedarf, ist das über eine Crowdfunding-Plattform unkompliziert möglich. Wenn Spender ihre Spenden jedoch steuerlich geltend machen sollen, muss das Geld über eine gemeinnützige Organisation fließen. Diesen Status, den das Finanzamt in Deutschland vergibt, können nur eingetragene Vereine wie beispielsweise ein Verein erhalten. Die Einrichtung eines solchen Status ist ein Projekt für sich und wird von der Organisationsseite in [hier fehlende Information einfügen] abgedeckt. Organisationen mit sozialer WirkungEine gängige Abkürzung ist es, Geld unter dem Dach einer bereits bestehenden Wohltätigkeitsorganisation zu sammeln, anstatt eine eigene zu gründen.
Klug spenden: Steuern und Stiftungen
Zwei praktische Aspekte machen aus einer guten Absicht eine sinnvolle Spende: die steuerliche und die gemeinnützige Seite. In Deutschland sind Spenden an anerkannte gemeinnützige Organisationen steuerlich absetzbar, wodurch der Staat einen Teil der Kosten Ihrer Großzügigkeit übernimmt. Sie können Spenden bis zu 20 Prozent Ihres Gesamteinkommens als Sonderausgaben in Ihrer jährlichen Steuererklärung geltend machen. Überschüssige Beträge können in besonders spendenreichen Jahren in die Folgejahre übertragen werden. Dies ist keine Steuerberatung, und die Details hängen von Ihrer individuellen Situation ab. Wie Sie die Spenden geltend machen können, erfahren Sie in unseren entsprechenden Kapiteln. Steuervorteile und -befreiungen und Deutsche Steuern verstehen.
Um eine Spende steuerlich geltend zu machen, benötigen Sie normalerweise einen Nachweis. Bei größeren Spenden stellt die Wohltätigkeitsorganisation eine Spendenquittung, förmlich eine Zuwendungsbestätigung, auf einem offiziellen Formular aus. Bewahren Sie diese auf, falls das Finanzamt danach fragt. Bei kleineren Spenden sind die Regeln viel einfacher: Für Spenden bis zu 300 Euro gilt der vereinfachte Zuwendungsnachweis, und Sie benötigen keine formelle Quittung. Ihr Kontoauszug oder der Online-Banking-Beleg mit der Überweisung zusammen mit der Buchungsbestätigung der Wohltätigkeitsorganisation genügen. Diese Grenze von 300 Euro deckt die üblichen Spenden ab, daher bewahren Sie bei einer typischen Online-Spende einfach den Kontoauszug auf und fertig.
Das Vertrauen ist genauso wichtig, denn eine Spendenquittung ist nur dann wertvoll, wenn die Wohltätigkeitsorganisation seriös ist. Das aussagekräftigste Gütesiegel in Deutschland ist das DZI-Spenden-Siegel, das vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) in Berlin verliehen wird. Das 1992 eingeführte Siegel wird jährlich nur an etablierte Organisationen vergeben, die eine Überprüfung hinsichtlich Transparenz und Wirtschaftlichkeit im Umgang mit Spenden bestehen – von der Finanzberichterstattung bis zur Ehrlichkeit ihrer Werbung. Trägt eine bundesweit tätige Wohltätigkeitsorganisation das DZI-Spenden-Siegel, können Sie mit gutem Gewissen spenden. Das DZI veröffentlicht außerdem Bewertungen und Warnungen, und auf seiner Website können Sie Informationen zu einer Organisation finden. Nicht jeder kleine, lokale Verein, der etwas zu bieten hat, erhält das Siegel, da die Überprüfung mit Kosten und einer bestimmten Größe verbunden ist. Das Fehlen des Siegels ist daher kein Beweis für eine seriöse Organisation, aber seine Präsenz ist ein starkes positives Zeichen.
Neben dem Siegel schützen Sie einige einfache Prüfungen. Eine seriöse Wohltätigkeitsorganisation legt offen dar, wer sie leitet und wofür die Spenden verwendet werden, veröffentlicht einen Jahresbericht oder zumindest verständliche Zahlen, verfügt über eine ordnungsgemäße Rechtsform und Adresse und setzt Sie niemals unter Druck, sofort zu spenden. Seien Sie vorsichtig bei emotional aufdringlichen Spendenaufrufen, bei Organisationen, die Ihnen den genauen Namen nicht nennen wollen, und bei Kampagnen, die plötzlich nach einer Katastrophe ohne jegliche Erfolgsbilanz auftauchen. Im Zweifelsfall spenden Sie lieber an eine etablierte Organisation, die sich für dasselbe Anliegen einsetzt; das Geld erreicht dort genauso sicher die Bedürftigen, und Sie erhalten die Spendenquittung, die Ihre Spende steuerlich absetzbar macht.
Sich als Neuling engagieren
Wenn Sie sich eine Sache aus diesem Kapitel merken, dann diese: Wohltätigkeitsveranstaltungen sind eine der natürlichsten Möglichkeiten, in das deutsche Leben einzutauchen. Sie brauchen weder perfektes Deutsch noch ein hohes Einkommen oder ein großes Netzwerk, um mitzumachen. Kaufen Sie sich eine Karte für ein Benefizkonzert in Ihrer Nähe und Sie haben einen Abend lang Gutes getan und Menschen aus Ihrer Umgebung kennengelernt. Melden Sie sich für einen Spendenlauf oder einen Firmenlauf an und Sie verbinden Bewegung, Gesellschaft und Wohltätigkeit an einem Nachmittag. Besuchen Sie eine Weihnachtsbasar oder eine Kuchenbasar einer Schule, kaufen Sie ein Stück Kuchen und ein Los und schon haben Sie ganz nebenbei etwas Gutes in Ihrer Nachbarschaft unterstützt. All das sind unkomplizierte und lohnende Möglichkeiten, sich schnell wie zu Hause zu fühlen.
Wenn es ums Geld selbst geht, spenden Sie so, dass Sie sich später damit wohlfühlen. Bevorzugen Sie Organisationen, die Sie überprüfen können, achten Sie auf das DZI-Spenden-Siegel für bundesweit tätige Wohltätigkeitsorganisationen, bewahren Sie den Kontoauszug für Spenden bis zu 300 Euro auf und bitten Sie bei größeren Beträgen um eine Zuwendungsbestätigung, um die Spende steuerlich geltend machen zu können. Nehmen Sie auf der Straße lieber den Flyer mit, nicht den Druck, und entscheiden Sie in Ruhe zu Hause; ein wichtiges Anliegen wird auch morgen noch bestehen. Und wenn Sie mehr tun möchten, als nur teilzunehmen und zu spenden, ist der Schritt von der Mithilfe bei einer Spendenaktion zum regelmäßigen Ehrenamt nicht weit: Unser Kapitel dazu Freiwilligentätigkeit erklärt, wie man eine Stelle findet und was das Ehrenamt beinhaltet, und Organisationen mit sozialer Wirkung stellt die Wohltätigkeitsorganisationen selbst vor. Wie auch immer Sie anfangen, sich hier für einen guten Zweck zu engagieren, ist eine herzliche und wahrhaft soziale Art, Wurzeln zu schlagen.
Über diese Informationen
Dieses Kapitel bietet eine allgemeine Orientierung auf Grundlage weit verbreiteter Informationen zum Alltag in Deutschland (Stand: Juli 2026). Es handelt sich um allgemeine Hinweise, nicht um individuelle Rechts-, Steuer- oder medizinische Beratung. Detaillierte Informationen zu einzelnen Themen und offizielle Quellen finden Sie in den verlinkten Kapiteln auf WeLiveIn.de (siehe oben).
