Die Sturmwarnung des DWD wurde für weite Teile Deutschlands erhöht. Für Berlin gilt ab Montag, dem 3. Juli, die Unwetterstufe 21. Die Prognosen deuten auf anhaltenden Starkregen, Gewitter und Hagel hin, während ein langsam ziehendes System über das Land zieht. Der Wetterdienst warnt vor überfluteten Straßen und Kellern und rät den Bewohnern, sich auf die damit verbundenen Unwetter vorzubereiten.
DWD-Sturmwarnung im Detail für Berlin und den Nordosten
In Berlin gilt vom Nachmittag bis in die Nacht eine Regenwarnung der Stufe 3 wegen heftigen Regens. Meteorologen warnen, dass innerhalb weniger Stunden 50 bis 70 Liter Regen pro Quadratmeter fallen können, mit lokalen Spitzenwerten. Für die Stadt und die umliegenden Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Sachsen gilt eine Kombination aus Warnstufe 2 und 3. Die Behörden weisen auf Hochwassergefahr für Brandenburg und Sachsen hin, während in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns der Regen bis Dienstag anhalten könnte.
Verlauf des Systems: Von Tschechien in den baltischen Korridor
Laut DWD ziehen die zunehmenden Niederschläge am Montagnachmittag von Tschechien aus, breiten sich nordwärts über den Osten aus und erreichen am Abend Vorpommern. Die sehr intensiven Regenfälle sollten über Nacht aus dem Süden nachlassen, in Nordvorpommern kann der Starkregen jedoch bis Dienstagmorgen anhalten. Die Modellprognose prognostiziert verbreitete Niederschläge von 50 bis 70 l/m² in wenigen Stunden von Nordostsachsen über Ostbrandenburg, Teile Berlins bis nach Pommern.
West-Ost-Gewitterkorridor ging der DWD-Sturmwarnung voraus
Am Sonntag zog eine Gewitterfront von Südwesten über Mitteldeutschland und löste zahlreiche Warnungen und Einsatzkräfte aus. Die Frankfurter Feuerwehr meldete eine zweistellige Zahl von Einsätzen wegen Sturmschäden, beispielsweise umgestürzter Bäume. Im Laufe des Abends weiteten sich die Warnungen von Karlsruhe und Mannheim über Hessen und Niedersachsen bis hin zur Nordsee aus, während Teile Bayerns am Alpenrand von einer Vorwarnung zu einer vollständigen Unwetterwarnung wechselten.
Niederschlag, Böen und Hagel: Was bisher gemessen wurde
Der DWD dokumentierte am Sonntagabend in Rheinland-Pfalz schwere Böen mit 89 bis 90 km/h und lokale einstündige Regenmengen von etwa 25 l/m². Eine besonders starke Zelle bei Günzburg brachte innerhalb von 35 Minuten 27 l/m². Es wurden Hagelkörner von etwa 1 bis 2 Zentimetern beobachtet, und im östlichen Randbereich des Systems ist weiterer Hagel möglich. Im weiteren Warnbereich gibt der Wetterdienst 30 bis 60 l/m² an, vereinzelt 70 bis 100 l/m² innerhalb von 6 bis 12 Stunden, und Sturmböen bis etwa 85 km/h.
Südstaaten: Starkregen und schwere Gewitter
Auch in Bayern, Baden-Württemberg, dem Saarland und Hessen wird es nass und stürmisch. Für Bayern gab der DWD eine Vorinformation zu Starkregen heraus und stufte mehrere Landkreise anschließend auf Warnungen hoch. Die Prognosen gehen von 20 bis 35 l/m² in mehreren Stunden aus, örtlich von 35 bis 60 l/m² in kurzer Zeit. Die Schwerpunkte liegen in Schwaben entlang der Donau und entlang der Alpen, mit Hagelgefahr von etwa zwei Zentimetern und Böen von etwa 85 bis 90 km/h.
Berlin-Spezifika: Zeitpunkt und Auswirkungen
Für die Hauptstadt weist die offizielle Warnung auf ein Zeitfenster von etwa 14:00 Uhr bis Mitternacht mit dem größten Risiko für Starkregen hin. Meteorologen teilten der dpa mit, dass ab dem Nachmittag 50 Liter Regen fallen könnten, bei stärkeren Gewittern sogar 70 bis 80 Liter. Dies erhöhe die Gefahr von Sturzfluten in tiefer gelegenen Straßen und Unterführungen. Überflutete Keller und Verkehrsbehinderungen seien zu erwarten, wenn die stärksten Regenfälle die Stadt überqueren.
Sturmwarnung des DWD zieht am Dienstag nach Norden
Da die Sturmwarnung des DWD weiterhin besteht, verlagert sich der stärkste Regen über Nacht nach Norden. Der Kern der intensiven Niederschläge bleibt in Teilen Vorpommerns bis Dienstagmorgen bestehen. Ansonsten folgt ein wechselhaftes Wettermuster mit abwechselndem Sonnenschein und Schauern sowie erneutem Gewitterpotenzial im weiteren Verlauf der Woche, da kühlere, instabile Luft über Deutschland verbleibt.
Sicherheitshinweise der Behörden
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz rät den Bewohnern, Fenster und Türen zu schließen, lose Gegenstände wie Mülltonnen, Gartenmöbel und Blumenkästen zu sichern und Bereiche zu meiden, in denen herabfallende Äste oder Gegenstände drohen. Personen, die sich im Freien aufhalten, sollten Schutz in einem stabilen Gebäude suchen. Fahrzeuge sollten nach Möglichkeit in Garagen oder abseits großer Bäume abgestellt werden. Die örtlichen Rettungsdienste fordern die Bewohner außerdem auf, während des Sturms in ihren Häusern zu bleiben und sich von Gerüsten, Baustellen und heruntergefallenen Stromleitungen fernzuhalten.
Worauf sich Expats in betroffenen Regionen vorbereiten sollten
An den Orten, an denen die stärksten Zellen durchziehen, sind Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr, vorübergehende Stromausfälle und kurzfristige Straßensperrungen möglich. Haushalte in Kellern oder Erdgeschossen sollten Wertgegenstände vom Boden räumen und Abflüsse und Schmutzwasserpumpen überprüfen. Reisende sollten zusätzliche Zeit für Anschlüsse einplanen und kommunale Warn-Apps wie NINA und Katwarn im Auge behalten, um lokale Push-Benachrichtigungen zu erhalten, die die Sturmwarnung des DWD ergänzen.
