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Die Inflation im Juli ist auf 2.8 Prozent gestiegen.

by WeLiveInDE
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Auf einem Küchentisch sind ein Kassenbon aus einem deutschen Supermarkt und eine Anzeige an einer Zapfsäule nebeneinander abgebildet.

Die deutsche Inflation stieg im Juli auf 2.8 Prozent im Jahresvergleich – ein Dreimonatshoch und übertraf damit die Prognose von Ökonomen von 2.7 Prozent. Die vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis), die bis Ende Juli 2026 veröffentlicht werden, markieren einen deutlichen Anstieg gegenüber den im Juni verzeichneten 2.3 Prozent und treiben die Inflationsrate wieder über das Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank. Haupttreiber war der Energiesektor.

Was die Inflationszahlen vom Juli zeigen

Die wichtigste Kennzahl misst den Anstieg der Verbraucherpreise, gemessen am Verbraucherpreisindex, im Vergleich zum Vorjahresmonat. Mit 2.8 Prozent verzeichnete die Inflation im Juli den höchsten Anstieg seit dem Frühjahr. Im Monatsvergleich stiegen die Preise zwischen Juni und Juli um 0.8 Prozent – ​​eine deutliche Veränderung innerhalb eines Monats.

Destatis veröffentlicht zunächst eine vorläufige Schätzung und bestätigt die endgültige Zahl einige Wochen später; die bestätigten Juli-Werte werden am 12. August erwartet. Vorläufige Schätzungen ändern sich selten stark, sodass die Entwicklungsrichtung klar ist. Die Kerninflation, die die volatilen Lebensmittel- und Energiepreise ausklammert und den zugrunde liegenden Trend aufzeigt, lag bei 2.4 Prozent.

Was treibt die Inflation im Juli an?

Der Hauptgrund für die Inflation im Juli war der Energiesektor. Die Energiepreise lagen 8.3 Prozent über dem Vorjahreswert, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem jährlichen Anstieg von 3.4 Prozent im Juni. Dieser sprunghafte Anstieg ist auf eine konkrete politische Maßnahme zurückzuführen und nicht auf einen neuen Schock an den Weltmärkten.

Ende Juni lief die ermäßigte Kraftstoffsteuer aus, und die Wiedereinführung des höheren Steuersatzes schlug sich unmittelbar in den Preisen an den Zapfsäulen nieder. Da die Energiekosten so viele andere Preise beeinflussen – vom Transport bis zum Betrieb von Geschäften und Fabriken –, reicht eine so große Schwankung in einer Kategorie aus, um den gesamten Index anzuheben. Unser vorheriger Bericht über der sprunghafte Anstieg der Treibstoffpreise nach der Steuersenkung erklärt, wie diese Änderung funktioniert.

Wie sich dies im Vergleich zum Juni darstellt

Nur einen Monat zuvor war die Lage genau umgekehrt. Im Juni war der Zinssatz auf 2.3 Prozent gesunken und entsprach damit dem Zielwert der EZB. Dies nährte die Hoffnung, dass sich das Preiswachstum beruhigen würde. Wir haben diesen niedrigeren Wert in unserem Bericht behandelt. Die Inflation hat sich auf 2.3 Prozent abgeschwächt.Der Kontrast zur neuen Figur ist frappierend.

Der Anstieg zeigt, wie stark die Gesamtinflationsrate weiterhin auf Energie- und Steuermaßnahmen reagiert. Der zugrundeliegende Druck, der sich in der Kerninflationsrate von 2.4 Prozent widerspiegelt, ist geringer als die Gesamtinflationsrate vermuten lässt. Dies ist einer der Gründe, warum Analysten davor warnen, einen einzelnen monatlichen Anstieg überzubewerten. Dennoch erinnert die Inflationsrate vom Juli daran, dass der Weg zurück zu stabilen Preisen von zwei Prozent wahrscheinlich nicht einfach sein wird.

Da der Anstieg größtenteils auf einer einmaligen Steueränderung beruht, gehen einige Ökonomen davon aus, dass sich der Effekt nach einem Jahr im Jahresvergleich abschwächen wird. Die Europäische Zentralbank, die die Zinssätze für die Eurozone festlegt, beobachtet die Kerninflation unterdessen genau, um ihre Geldpolitik zu gestalten. Eine vor allem durch eine Steuermaßnahme bedingte Inflationsrate führt seltener zu einer Zinsänderung als ein breit angelegter Anstieg bei vielen Waren und Dienstleistungen.

Was das für Haushaltsbudgets bedeutet

Für die Anwohner ist der unmittelbare Effekt vor allem an der Tankstelle und bei den Energiekosten spürbar, wo sich die steuerliche Erhöhung zuerst bemerkbar macht. Da die Erhöhung diesmal den Energiebereich und nicht Lebensmittel oder Mieten betrifft, ist die Belastung ungleich verteilt: Autofahrer und Haushalte, die mit Öl oder Gas heizen, spüren sie stärker als Pendler, die öffentliche Verkehrsmittel nutzen.

Gegen eine Steueränderung kann man als Einzelperson wenig ausrichten, doch die Zahlen regen dazu an, Energieverträge und Kraftstoffkosten zu überprüfen. Steigen Löhne und Renten langsamer als um 2.8 Prozent, sinkt die reale Kaufkraft. Prüfen Sie daher, ob Ihr Budget noch ausreicht. Um den allgemeinen Druck besser zu verstehen, bietet unsere Übersicht einen besseren Überblick. Anstieg der Lebensmittelpreise vervollständigt das Bild davon, wo die Kosten steigen.

Für im Ausland lebende Menschen ist es außerdem wichtig zu wissen, dass die Inflationsrate ein nationaler Durchschnittswert ist und die individuellen Auswirkungen von den eigenen Ausgaben abhängen. Ein Haushalt, der viel Auto fährt oder mit Öl heizt, wird die Inflation im Juli deutlich stärker spüren als jemand, der zu Fuß zur Arbeit geht und eine gut isolierte Wohnung mietet. Die eigenen größten Ausgaben im Blick zu behalten, anstatt sich nur auf die Inflationsrate zu verlassen, ist der zuverlässigste Indikator dafür, wie stark die Preise einen tatsächlich betreffen.

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