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Studie deckt weitreichenden sexuellen Missbrauch in der evangelischen Kirche in Deutschland auf

by WeLiveInDE
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Ein neuer Bericht, der erste seiner Art, zeigt, dass die Prävalenz sexuellen Missbrauchs in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) deutlich höher ist als bisher bekannt. Die von der EKD im Jahr 2020 für rund 3.6 Millionen Euro in Auftrag gegebene unabhängige Studie hat ergeben, dass seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs mindestens 1,259 Täter sexuellen Missbrauch an 2,174 Opfern begangen haben. Diese Zahl ist ein erheblicher Anstieg gegenüber den zuvor registrierten 900 Fällen.

Der Umfang der Untersuchung

Die von Martin Wazlawik, Professor für Sozialwissenschaften an der Universität Hannover, geleitete Studie hat rund 4,300 Disziplinarakten, 780 Personalakten und über 1,300 weitere Dokumente sorgfältig gesichtet. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es erstmals bundesweite Zahlen und Analysen zu strukturellen Missbrauchsursachen innerhalb der Kirche und ihrer Diakonie liefert. Zum Vergleich: Eine ähnliche Studie der katholischen Kirche im Jahr 2018 untersuchte rund 38,000 Akten.

Ergebnisse des Berichts

Die Forscher schätzen, dass rund 9,355 Kinder und Jugendliche von fast 3,500 Tätern misshandelt wurden, ein Drittel davon waren Geistliche. Diese Zahlen sollten jedoch aufgrund nicht verfügbarer Dateien und unvollständiger Daten mit Vorsicht betrachtet werden. Die Studie zeigt, dass etwa 64.7 % der Opfer und 99.6 % der Täter männlich waren, wobei die Art des Missbrauchs von unangemessenem Körperkontakt bis hin zu sexuellen Übergriffen reichte.

Institutionelle Reaktion und Entschuldigung

Bischöfin Kirsten Fehr, Ratsvorsitzende der EKD, drückte ihr Bedauern aus und bat um Verzeihung. Sie räumte ein, dass die Strukturen der Kirche die Täter schützten. Der Bericht hat zu Forderungen nach weiteren Untersuchungen und einheitlichen Systemen zur Behandlung von Missbrauchsfällen geführt, da die föderale Struktur der evangelischen Kirche eine umfassende Forschung behindert.

Die Stimmen der Opfer

Opfersprecher Detlev Zander kritisierte, dass die Studie nur bestätigte, aktenkundige Fälle prüfe und keinen Zugriff auf alle Personalakten habe. Er fordert einen einheitlicheren Ansatz zur Untersuchung von Missbrauch innerhalb der Kirche.

The Bigger Picture

Die Enthüllungen in der evangelischen Kirche folgen auf eine ähnliche Studie in der katholischen Kirche in Deutschland, die zwischen 3,677 und 1,670 1946 Fälle sexuellen Missbrauchs durch rund 2014 Geistliche aufgedeckt hatte. Dies führte zum „Synodalen Weg“, a Reihe von Diskussionen darüber, wie mit diesen Erkenntnissen umgegangen werden kann.

Die Evangelische Kirche in Deutschland steht vor der großen Herausforderung, das umfassende und historische Problem des sexuellen Missbrauchs in ihren Reihen anzugehen. Die EKD wird aufgefordert, entschiedene Maßnahmen zu ergreifen, um vergangenes Unrecht zu beheben, Opfer zu unterstützen und vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass sich solche Missbräuche nie wiederholen. Der Bericht ist ein entscheidender Schritt bei der Anerkennung und Bewältigung eines schmerzhaften Kapitels in der Geschichte der Kirche.

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